Was ist die Teddyklinik?

Die Teddyklinik ist ein Projekt von Medizin- und Pharmaziestudierenden.

Seit 2014 sind wir ein gemeinnütziger Verein. 

Ziel des Projekts ist es, Kindern im Alter von 4-6 Jahren auf spielerische Art und Weise die Angst vor einem Arztbesuch bzw. einem Krankenhausaufenthalt zu nehmen. Dabei beobachten und erleben die Kinder in der Rolle der „Eltern“ ihrer kranken Kuscheltiere, wie diese untersucht und behandelt werden. 

Entstanden ist die Idee...

... vor einigen Jahren in Schweden und seitdem hat sie sich immer weiter in Europa und auch in Deutschland verbreitet. Inzwischen findet in vielen größeren Städten mindestens einmal im Jahr eine Teddyklinik statt.

 

Image
Teddydocs bei der Arbeit

 

 

In Marburg wurde 2003 die erste Teddyklinik mit großem Erfolg auf dem Marburger Marktplatz durchgeführt. Nachdem im ersten Jahr noch die ganze Teddyklinik in Zelten auf dem Marktplatz stattfand, stehen uns seit 2004 außerdem Räume des Rathauses für die Behandlungen und die Apotheke zur Verfügung.

 

Der Ansturm bei der Marburger Teddyklinik wird in jedem Jahr größer, 2006 konnten wir über 800 Kuscheltiere von Kindern aus Marburg und Umgebung in nur zwei Tagen (meist) erfolgreich behandeln. In 2007 wuchs die Zahl der Kinder und damit auch der Kuscheltiere sogar auf etwas über 900.

 

In diesem Jahr (2015) findet am 28. und 29. Mai zum 12. Mal die Marburger Teddyklinik statt.  Donnerstag- und der Freitagvormittag sind dabei für vorher angemeldete Kindergarten-Gruppen reserviert, nachmittags können alle Kinder ohne vorherige Anmeldung die Teddyklinik mit ihren kranken oder verletzten Kuscheltieren besuchen.

Wer veranstaltet die Teddyklinik?

Die Teddyklinik wird ehrenamtlich organisiert von Studierenden der Fachbereiche Medizin und Pharmazie. Das Organisationsteam besteht in jedem Jahr aus ca. 20 Studenten.

Außerdem gibt es während der Teddyklinik ca. 120 freiwillige „Teddydocs“ und „Teddyapotheker“, die sich um die Kinder kümmern.

Seit 2008 sind auch Zahnmedizinstudenten dabei, die als Teddyzahnärzte fungieren. 

Diese „Teddydocs“ und „Teddyapotheker“ sind Studierende der Medizin und Pharmazie aus höheren Semestern, die zuvor eine Schulung besucht haben, in der sie speziell, unter anderem durch eine Psychologin, auf die Teddyklinik vorbereitet wurden. 

Auch in diesem Jahr haben wir wieder Schirmherren und Sponsoren gewonnen, die die Teddyklinik unterstützen und ohne die die Durchführung eines solch großen Projekts nicht möglich wäre. Vielen Dank an dieser Stelle an unsere Schirmherren und alle Sponsoren!

Wie läuft ein Besuch in der Teddyklinik ab?

 

Der Besuch in der Teddyklinik soll möglichst realistisch einen echten Besuch beim Arzt/im Krankenhaus simulieren. Die Kinder kommen mit ihren „kranken“ Kuscheltieren auf den Marktplatz.  ...

Image

Die „Krankheiten“ haben sich die Kinder vorher mit Hilfe ihrer Eltern oder Erzieher/Innen ausgedacht. Von der kleinsten Maus über die giftigste Schlange bis hin zum größten Bär wird hier jeder behandelt! 

Image

Als erstes müssen die Kinder mit ihren Kuscheltieren an die Anmeldung kommen. Hier werden erste Daten wie die Namen des Patienten und des Begleiters aufgenommen. Anschließend geht es in den Wartebereich. Dieser besteht aus 2 großen Zelten, in denen die Kinder spielen, basteln oder malen können, bis sie von ihrem „Teddydoc“ aufgerufen werden. Dann gehen sie mit ihm und ihrem Kuscheltier in das Rathaus und in den Behandlungssaal. Hier sind 15 Behandlungsplätze aufgebaut, an denen die Kuscheltiere untersucht und behandelt werden können. Vorher wird allerdings erst einmal die Krankheitsgeschichte erfragt. Dann wird das Tier gemessen, gewogen, Fieber und Blutdruck gemessen, es wird in Augen, Ohren und Mund geschaut und schließlich spezieller untersucht. Bei Verdacht auf einen Bruch wird z.B. der Radiologe aufgesucht, der ein Röntgenbild macht und genaueres zu der Verletzung sagen kann. Bei Bestätigung des Bruchs wird dann evtl. ein Gips angelegt. Bei Bedarf kann außerdem ein Ultraschall gemacht werden und für ganz schlimme Fälle steht immer der „Teddyprofessor“ für eine Not-OP bereit. Alle nicht ganz so schlimmen Fälle werden von den „Teddydocs“ selbst behandelt mit Hilfe von Verbänden, Pflastern, Spritzen, Tropfen...! Am Ende der Behandlung bekommt jeder „Patient“ ein Rezept ausgestellt, das sein Begleiter in der Apotheke einlösen kann. Der „Teddydoc“ geht dann mit seinem Patienten in die Apotheke im Nebenraum. 

ImageDort warten bereits die „Teddyapotheker“ darauf, das Rezept entgegenzunehmen und Wärmflaschen, Eisbeutel, Tees.....einzupacken und noch ein paar Tipps zur Anwendung und zur „Kuscheltherapie“ zu geben.

Nach dem Besuch im Rathaus hat jedes Kind noch die Gelegenheit, sich einen Rettungswagen anzuschauen oder weiter im Wartezelt spielen, bis die anderen Kinder fertig sind.